Jura Fall 4

Fall 4, untaugliches Tatobjekt (Tatentschluss?)

 

Fall, zusammengefasst: Täter A schießt auf vermeintliche Person B. Es ist jedoch V, der zum Zeitpunkt schon tot ist.

 

Anmerkung: Problematisches Begehungsdelikt: der Totschlag ist nicht vollendet. Es besteht kein Erfolg, niemand ist getötet worden. Aus dem Umkehrschluss von Paragraph 23 Abs. 3 ergibt sich, dass untaugliche Versuche strafbar sind.

 

Strafloser, irrealer Versuch

Fallgruppen, bei denen ein Täter mit irrealen Mitteln ein Tatbestandserfolg herbeiführen will. Voodoo, etc,

 

Strafloses Wahndelikt

Beispiel: strafbarer Ehebruch als Vorstellung.

 

Paragraph 23 Abs. 3

Gericht kann, aber muss nicht die Strafe mildern.

 

Irrtum im Fall 4

Unbeachtlicher Error in Persona.

Täter wird nach seiner Vorstellung bestraft, unproblematisch.

Wollte und hat versucht, einen Menschen zu töten.

Tatentschluss ist unproblematisch, und besteht zur Tötung eines anderen Menschen.

 

Ausformulierte Lösung

A Könnte sich gemäß 212, 22, 23 I 12 I StGB wegen versuchten Totschlags strafbar gemacht haben, in dem er auf die Leiche des Vaters geschossen hat.

 

I Vorprüfung

V war bereits tot, als A auf den V geschossen hat. Ein Vollendungsdelikt mangels tatbestandlichem Erfolg scheidet aus.

Nach 22 StGB besteht die Grundlage der Strafbarkeit der versuchten Tat bei der Vorstellung des Täters, so dass hier ein Versuch am untauglichen Tatobjekt gegeben sein könnte.

Die Strafbarkeit des untauglichen Versuchs ergibt sich aus dem Umkehrschluss von 23 III StGB.

 

II Tatentschluss

A müsste Tatentschluss gehabt haben, bezüglich Vorsatz der Verwirklichung aller objektiven Tatbestandsmerkmale.

Der Tatentschluss könnte jedoch entfallen, da sich A vorstellte, auf B zu schießen.

Ein Tatbestandsirrtum nach 16 StGB greift nur dann ein, wenn der Tatentschluss ein Merkmal nicht umfast hätte, dass zum gesetzlichen Tatbestand gehört.

212 setzt die Tötung eines anderen Menschen voraus.

A plante auf die Person im Schlafzimmer, einen anderen Menschen, zu schießen und sie zu töten.

Er unterlag einer Verwechslung der Personen, die den gesetzlichen Tatbestand nicht betrifft.

Es handelt sich um einen unbeachtlicher Motivirrtum, die den Tatentschluss nicht entfallen lässt.

Der Tatentschluss zur Tötung eines anderen Menschen besteht.

Nach 22 StGB kommt es auf die Vorstellung des Täters an, dass V bereits verstorben ist, ändert nichts.

 

III unmittelbares Ansetzen

A hat die geplanten Schüsse auf V abgegeben und die Tatbestandshandlung ausgeführt.

 

IV Rechtswidrigkeit, Schuld, kein Rücktritt, Ergebnis.

http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/recht.html